Atemschutz

Der Atemschutz: Gesetzliche Bestimmungen und Forschungsergebnisse

FFP-Masken unterliegen klaren gesetzlichen Anforderungen sowie technischen Normen. Besonders die Filterleistung des Materials wird entsprechend der in Europa geltenden Norm EN 149:2001+A1:2009 getestet. FFP2 Masken filtern demnach 94 Prozent der Aerosole, FFP3 Masken sogar 99 Prozent. Deshalb bietet eine Atemschutzmaske, die den Normen entspricht, einen nachweislich wirksamen Schutz auch gegen Corona-Viren. Auf der Oberfläche der Schutzmaske ist eine vierstellige Kennnummer aufgedruckt und das CE-Kennzeichen. 

Diese CE-Kennzeichnung informiert den Nutzer, dass die Atemschutzmaske erfolgreich ein Nachweisverfahren (oder Konformitätsbewertungsverfahren) durchlaufen hat. Ähnlich wie bei Medizinartikeln belegt der Hersteller mit dem Aufdruck, dass seine Produkte den Anforderungen der Gesetze entsprechen. Erst mit diesem Nachweis darf er seine Produkte in Europa unter der FFP-Bezeichnung rechtmäßig betreiben. 

Teil des Konformitätsbewertungsverfahrens ist auch die sogenannte „Baumusterprüfung“, die in der PSA-Verordnung EU 2016/425 ausgeführt ist. Technische Gutachter des TÜV oder der DEKRA führen die Untersuchungen durch. 

Die Qualitätskriterien der FFP2-Maske

Den Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) entsprechend darf eine FFP2 Maske bis zu einem zehnfachen des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW) verwendet werden. Die Anforderungen bieten ausreichenden Schutz gegen Partikel auf Öl- oder Wasserbasis. Nicht wirksam ist eine derartige Atemmaske gegen Stoffe, die Krebs erzeugen, gegen biologische luftgetragene Arbeitsstoffe aus der Risikogruppe 3 sowie gegen Enzyme oder radioaktive Partikel. Die maximal tolerierte Undichtigkeit oder Gesamtleckage beträgt acht Prozent. 

Typischerweise verwenden Beschäftigte die Masken beim Umgang mit Weichholz, Metall, Glasfasern, Kunststoffen (außer PVC) und Ölnebel. Das renommierte Robert Loch-Institut empfiehlt bei der Behandlung oder Pflege von Patienten mit einer Virus-Infektion das Tragen einer Maske nach dem FFP2- oder FFP3-Standard.

Die Besonderheiten der FFP3-Maske

Auch die Bedingungen und Anforderungen für diesen FFP3-Maskentyp sind von der DGUV definiert. Bis zum dreißigfachen des Arbeitsplatzgrenzwerts darf eine Maske mit diesem Standard eingesetzt werden. Der FFP3-Standard schützt gegen alle gesundheitsschädlichen und krebserzeugenden Partikel auf Öl- oder Wasserbasis, radioaktive Stoffe, biologische luftgetragene Arbeitsstoffe aus den Risikogruppen 2 und 3 sowie gegen Enzyme. Eine Gesamtleckage oder Undichtigkeit von maximal zwei Prozent ist für die Behörde tolerierbar. 

Bei Arbeiten mit Hartholz, Schwermetallen, Bremsstaub, radioaktiven Stoffen, beim Edelstahlschweißen sowie gegen Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilzsporen empfiehlt sich das Tragen einer Atemmaske derartigen Maske. Bei der Pflege und Behandlung von mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten empfiehlt das RKI auch den Maskentyp FFP3.

Was können die Masken? Zu welchem Zweck setzt man sie ein?

Die Atemmasken sind Teil einer persönlichen Schutzausrüstung. Sie bieten eine sehr gute Absicherung gegen Aerosole. Aerosole sind Gas-Gemische, in denen auch feste oder flüssige Partikel enthalten sein können.

Weil sich die Corona-Viren in der Atemluft befinden, schützen die Halbmasken vor dem Einatmen winziger Tröpfchen, die Viren enthalten. Im Labor verwendet man sie ebenfalls, wenn infektiöses Material bearbeitet werden soll. 

Empfehlungen und Bestimmungen

Die Bundesanstalt für Atemschutz und Arbeitsmedizin (BauA) stellt fest, dass eine dicht anliegende FFP2-Maske „einen geeigneten Schutz vor infektiösen Aerosolen, einschließlich Viren“ bietet. Die FFP3-Maske ist darüber hinaus in besonderen Situationen sinnvoll. Denn bei einem Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 oder bei einer bestätigten Infektion besteht für zu behandelnde oder auf Pflege angewiesene Personen ein hohes Infektionsrisiko. Auch mit einem vorhandenen Ausatemventil ist eine Minderung der Belastung möglich. 

Dabei ist jedoch zu bedenken: Eine Maske mit Ventil bietet einen sehr guten Eigenschutz, jedoch keinen Fremdschutz. Ein Atemschutz filtert grundsätzlich sowohl die eingeatmete wie auch die ausgeatmete Luft. Das Ventil wirkt aber nur in eine Richtung, nämlich beim Einatmen. Die ausgeatmete Luft gelangt hingegen ungefiltert in die Umgebung. Sind Viren enthalten, weil die Person erkrankt ist, besteht für Umstehende die Gefahr einer Infektion. Wegen der aktuellen Corona-Pandemie sollte man nur FFP2-Masken tragen, die nicht mit einem Filter ausgestattet sind.

Die Mehrfachverwendung von FFP2 Masken

FFP-Masken sind grundsätzlich als Einmalprodukte konzipiert und für eine Wiederverwendung nicht vorgesehen. Im privaten Bereich verwendet man die Atemmasken jedoch durchaus mehrfach, auch an aufeinanderfolgenden Tagen.

Mit welchen Risiken bei einer derartigen Handhabung zu rechnen ist, wird derzeit wissenschaftlich untersucht. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) fördert deshalb ein Forschungsprojekt an der Westfälischen Wilhelms-Universität und der Fachhochschule Münster. Ziel der Untersuchungen ist es, Verfahren zu bewerten, die ein Infektionsrisiko bei einer Wiederverwendung deutlich reduzieren.

Erste Ergebnisse zeigen, dass sich nach einer Aufbewahrungszeit von sieben Tagen die infektiösen Viren in und auf den Masken vertretbar reduzieren. Beim Desinfizieren durch Kochen für die Dauer von 10 Minuten ist das Corona-Virus vollständig inaktiviert, andere Keime aus der Nasen-, Haut- oder Rachenflora sind beinahe inaktiviert.

Trocknen und wieder verwenden

Beide Verfahren konnten die Qualität der getesteten Produkte nicht beeinflussen. Weder kam es zu einem relevanten Verlust der Filtereigenschaften noch zu einer äußerlichen Veränderung des Materials, das den Atemschutz unbrauchbar machen würde. Auch eine Desinfektion in einem Backofen ist möglich. Das Kochen ist allerdings in der Durchführung weniger aufwendig.

Bei einer Trocknungszeit von sieben Tagen sind aus einer FFP2 Maske beinah alle Corona-Viren verschwunden. Die Forscher raten aber dazu, die Maske nicht sofort am nächsten Tag wieder zu tragen. Nach Möglichkeit sollte an jedem Tagen ein anderes Produkt Verwendung finden, und das über einen Zyklus von sieben Tagen. Voraussetzung für ein Funktionieren dieser Methode ist eine Kennzeichnung der Masken.

Wie lange dürfen die FFP2 oder FFP3 Masken höchstens getragen werden?

Bei der Beurteilung von Gefährdungen müssen die Tragzeiten von Masken sowie deren Erholungszeiten bewertet und geplant werden. Die Regeln 112 bis 190 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) über die „Benutzung von Atemschutzgeräten“ geben die entsprechenden Empfehlungen für die Verwendung am Arbeitsplatz.

Für eine FFP-Maske mit Ventil gilt demnach eine Tragzeit von höchstens zwei Stunden. Anschließend ist eine Erholungsphase von 30 Minuten einzulegen, eine mittlere Arbeitsbelastung und normale Umgebungsbedingungen vorausgesetzt. Verfügt die Maske über kein Ausatemventil, gilt eine Tragezeit von 75 Minuten, die folgende Erholung dauert ebenfalls 30 Minuten.