Schnelltests

Corona Tests im Überblick - was passiert da? Und was nutzt es wem wann?

Die Infektion mit dem Corona Virus kann durch verschiedene Tests entdeckt werden, die unterschiedliche Wertigkeit besitzen und Ihnen deswegen bekannt sein sollten. Sie brauchen Sie auch für bestimmte Zwecke. Wer ganz genau informiert sein möchte, kann die Corona Test-Verordnung des Bundesgesundheitsamtes nachlesen. 

PCR-Test

Der PCR-Test ist der sensitivste Test. Das bedeutet, jeder Kranke wird als krank erkannt. Bei jedem, der das Virus in sich trägt, wird dieser Test positiv, denn er weist die DNA des Virus nach. Man nennt diesen Test deshalb den "Goldstandard" und verwendet ihn bei Symptomen oder zur Bestätigung eines positiven Antigen-Tests. 

Die Entnahme der Probe erfolgt durch medizinisches Personal, das durch FFP-2-Maske, Schild, weißen Anzug und Handschuhe geschützt ist. Die Auswertung wird im Labor gemacht. In der Regel wird Rachenspülwasser verwendet. Sie dürfen einen Schluck Wasser in den Mund nehmen und müssen einige Sekunden gurgeln und dann in einen Becher spucken. 

Sie erhalten das Testergebnis in der Regel innerhalb von zwei bis drei Tagen. Ein positiver Test ist beim Gesundheitsamt meldepflichtig. Sie erhalten von dort weitere Instruktionen.

Die Nationale Teststrategie empfiehlt bei Ausbrüchen in Kitas, Arztpraxen, Krankenhäusern oder größeren Unternehmungen mit Risikoprofil die PCR. Das gilt für Personal und die dort betreuten Menschen. In Pflegeheimen und Krankenhäusern muss bei jeder Aufnahme eines Patienten oder Bewohner ein solcher Test gemacht werden - das gilt auch für die Wiederaufnahme. Der Test wird auch vom Gesundheitsamt empfohlen, wenn man als Kontaktperson eines Erkrankten eingestuft ist (wenn man im selben Haushalt lebt, wenn man einen Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt über fünfzehn Minuten hatte oder wenn die Corona-App einen gewarnt hat). 

Bei kritisch Kranken, die ins Krankenhaus müssen, kann man die PCR (Polymerase Ketten Reaktion) übrigens mit allen Materialien machen. In der Regel wird bei einer Bronchoskopie Material abgenommen, oder der Test erfolgt im Blut. 

Antigen-Schnelltest

Das Ergebnis des Antigen-Schnelltests liegt schnell vor. Deshalb heißt der Test ja so. Auch hier braucht es geschultes Personal - es müssen nicht unbedingt im Gesundheitswesen ausgebildete Personen sein. In Betrieben werden oft auch Mitarbeiter in der Durchführung eingewiesen. Das Stäbchen für den Abstrich wird über den Mund oder durch ein Nasenloch in den Rachen geschoben. 

Auch beim Antigen Test kann Rachenspülwasser verwendet werden, aber das ist seltener. Will man Rachenspülwasser gewinnen, dürfen Sie - wie oben beschrieben - gurgeln und spucken das Material in einen Becher. 

Der Antigen Speicheltest oder Spucktest ist etwas weniger sicher als das Rachenspülwasser. 

Spucktest (Antigen Speicheltest) und Rachenspülwasser sind ganz einfach durchzuführen. Im Unterschied zum Rachenspülwasser, bei dem Sie gurgeln müssen, müssen Sie sich räuspern. Gurgeln können Sie nicht, weil Sie kein Wasser erhalten. 

Die Probe des Antigen-Tests wird - wie beim Schwangerschaftstest - sofort untersucht und zeigt nach einer Viertelstunde das Ergebnis an. Einmal pro Woche bezahlt den Schnelltest der Bund. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter testen, müssen den Test in der Regel selbst finanzieren. Systemkritische Unternehmen wie zum Beispiel Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen können den Test über die Kassenärztliche Vereinigung abrechnen. 

Antigen-Tests werden derzeit in Schulen und Pflegeheimen verwendet und in den Testzentren der Gesundheitsämter angeboten.

Sie erhalten nach einer Wartezeit, die unter drei Tagen liegen sollte, das Ergebnis elektronisch oder auf Papier. Es wird per E-Mail oder SMS verschickt. Wenn Sie die Corona-App nutzen, wird der Test dort angezeigt. Ein positiver Test ist beim Gesundheitsamt meldepflichtig. Sie erhalten von dort weitere Instruktionen. 

Die verwendeten Tests entsprechen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und sind ≥80% sensitiv (d. h. Kranke als krank erkennen) und ≥97% spezifisch (d. h. Gesunde als gesund erkennen), wenn man mit dem Goldstandard (PCR) vergleicht. 

Selbsttests

Selbsttests sind für den Privatgebrauch bestimmt. Sie können im Internet bestellen, müssen die Kosten aber selbst tragen. Sie führen ihn selbst durch (Laientest). Letzten Endes sind es dieselben Tests wie in den Testzentren - sie machen es nur selbst und erhalten kein Zertifikat. Sie können den Test vor einem Theater- oder Kinobesuch machen - sofern Theater und Kinos wieder öffnen. Sie sollten ihn vor einem Besuch bei betagten Menschen oder in einem Heim oder Krankenhaus verwenden - sofern die Besucherregel nicht außer Kraft gesetzt ist. Bei einem negativen Test werden Sie sich sicher fühlen. Dieselben Tests können auch im Rahmen der Konzepte der Bundesländer für Schulen und Kitas benutzt werden. Ein positiver Schnelltest darf nicht alleine stehen. Man muss als nächstes eine PCR machen. 

Was Sie bei Reisen ins Ausland wissen müssen

Man unterscheidet Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete. Sie finden eine Liste dieser Gebiete auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes. Die Verordnungen zu diesem Thema ändern sich ständig und können nur zum Teil dort nachgelesen werden. Ihr Gesundheitsamt vor Ort hilft Ihnen aber ebenfalls weiter. Eine zehntägige Quarantäne ist in jedem Fall vorgeschrieben - daran kann auch ein Test nichts ändern. Sie müssen sich aber sowohl über Ihr Reiseziel als auch über die Bundesrepublik Deutschland informieren. Quarantäne kann nicht nur bei der Einreise, sondern auch bei der Ausreise drohen. Das hängt von dem Land ab, in das Sie reisen.

Bei der Einreise aus einem Hochinzidenzgebiet oder einem Virusvariantengebiet müssen Sie einen Test vorweisen. Anschließend ist eine zehntägige Quarantäne vorgeschrieben - daran kann auch ein weiterer Test nichts ändern.

Nach der Reise in ein Risikogebiet müssen Sie nach Einreise einen ersten Test machen oder einen Test aus dem Reiseland mitbringen. Dann folgt die Quarantäne. Die zehntägige Quarantäne können Sie umgehen, indem Sie am fünften Tag einen Test machen. Das ist das sogenannte "Freitesten". Wenn Sie ein negatives Testergebnis auf Papier oder als elektronisches Dokument vorweisen können, kann die Quarantäne aufgehoben werden. Sie müssen das Testergebnis auf Nachfrage aber vorzeigen können - allerdings nur, wenn von offizieller Stelle innerhalb von 10 Tagen nachgefragt wird.

Zusammenfassung

Seien Sie vorsichtig und fragen Sie lieber einmal zu viel nach! Viele Informationen sind widersprüchlich und Sie müssen sich letzten Endes nach den Personen richten, die lokal die Verantwortung tragen. Sie können bei der Wahl Ihres Testzentrums sicher auch Geld sparen, denn manche Flughäfen bieten die Tests zu hohen Preisen an und stellen den Test zunächst Ihnen in Rechnung. Ob Sie ihn bei der Krankenkasse einreichen können, hängt von den Gepflogenheiten Ihrer Kasse ab.