Schutzbrillen

Gesichtsschutz und Infektionsschutzbrille: Maßnahmen in Corona-Zeiten

Die Schutzbrille dient hauptsächlich der Unfallverhütung am Arbeitsplatz. Auch bei sportlichen Betätigungen verwenden viele Athleten entsprechende Brillen, um die Augen zu schonen. Wegen der Corona-Pandemie wird der Augenschutz ebenfalls auf besondere Weise relevant. Sogar renommierte Fachhändler haben sich inzwischen bereit erklärt, sogenannte „medizinische Brillen“ oder Infektionsschutzbrillen herzustellen, um die Beschäftigten im Gesundheitswesen vor Übertragungen des Virus zu schützen.

In Deutschland kommt es häufig zu Arbeitsunfällen mit teils erheblichen Folgen für die Betroffenen. Nach Informationen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erlitten im Jahr 2014 sogar 1 Million Beschäftigte einen Unfall während der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit. Deshalb wächst unter den Arbeitnehmern das Bewusstsein, in gefährlichen Umgebungen eine angemessene Schutzkleidung zu tragen. Die Augen sind besonders gefährdet, weil sie durch Flüssigkeiten, Splitter oder bereits bei einer übermäßigen Zugluft zu Schaden kommen können. 

Die Gefährdungen sind allerdings vielfältig. Starke Lichteinstrahlung, UV- oder Laser-Licht, Chemikalien, Splitter oder Staub können zu Verletzungen des empfindlichen Sinnesorgans führen. Aktuell sind Mikroinfektionen etwa durch eine Tröpfcheninfektion eine Gefahr, denn im medizinischen Umfeld ist zur Zeit besonders mit Übertragungen des Corona-Virus zu rechnen. 

Brillentypen und ihre Funktion

Prinzipiell haben Schutzbrillen dieselbe Bauform wie herkömmliche Augengläser. Häufig findet man Ein- oder Zweischeibenbrillen. Wie die optischen Brillen fixiert man sie mit einem Bügel über den Ohren. Eine Vollsichtbrille schützt die Augen zusätzlich mit einer umlaufenden Dichtung, ein verstellbares Kopfband garantiert bei diesem Typ das dichte Anliegen. Ein sogenannter „Vorhänger“ wird auf eine normale Brille aufgesteckt, um die Korrektur des Sehvermögens mit einer Schutzfunktion zu kombinieren.

Die Berufsgenossenschaften schreiben für berufliche Tätigkeiten die sogenannten Korrektionsschutzbrillen vor, die ebenfalls sowohl eine Fehlsichtigkeit korrigieren als auch den erforderlichen Augenschutz garantieren. Damit verbindet der Beschäftigte die Optimierung seiner Sehfähigkeit mit der notwendigen Schutzmaßnahme.

Normen für den Unfallschutz

Immer wieder kommt es vor, dass äußere Einflüsse besonders am Arbeitsplatz das Augenlicht irreparabel schädigen. Dies kann durch plötzlich umherfliegende Teilchen geschehen oder auch andauernd, etwa durch den mangelhaften Schutz vor einer schädlichen Strahlung. Deshalb wird erwartet, dass der Augenschutz den Anforderungen der europäischen Norm EN 166 entspricht und durch eines der akkreditierten Prüfinstitute zertifiziert wurde (PSA Schutzklasse Kategorie II). 

Auch Zusatzausstattungen sind durch Vorschriften geregelt. Die BGR 192 weist darauf hin, dass zusätzliche Einflüsse ebenfalls Beachtung finden müssen. Die klassische Schutzbrille bietet etwa einen hundertprozentigen Schutz gegen UV-Licht, wenn sie den Anforderungen der DIN EN 166 entspricht. 

Der Gesichtsschutz für Augen und Gesicht

In den ersten Wochen der Corona-Pandemie verwendeten viele Beschäftigte besonders im Einzelhandel einen Gesichtsschutz, auch Spuckschutz genannt. Nach anfänglichen positiven Einschätzungen zu Beginn der Pandemie häuften sich im weiteren Verlauf allerdings die Bedenken gegen diese Art Virenschutz. Denn eine Übertragung der Aerosole kann mit dieser Maßnahme nicht zuverlässig verhindert werden. Sogar die Alltagsmaske bietet einen besseren Schutz, und medizinische Masken sind allen anderen Maßnahmen deutlich überlegen.

Mit einer derartigen Ausrüstung schützt sein Träger vor allem das Gesicht, aber auch seinen Hals vor gefährdenden mechanischen, optischen, chemischen oder thermischen Einflüssen. Bei Holz- oder Fräsarbeiten sowie bei Reinigungen oder im Labor kann eine derartige Ausrüstung notwendig werden. Man trägt den Schutz unmittelbar auf dem Kopf oder zusätzlich zu einem Schutzhelm. Die EG-Richtlinie 89/656/EWG empfiehlt beispielhafte Arbeitsbereiche für den Einsatz.

Schutzbrillen für den medizinischen Einsatz

Eine Laborbrille schützt die Augen vor infektiösen oder ätzenden Chemikalien und Stoffen. Im Unterschied zu einer herkömmlichen Korrekturbrille bestehen diese Schutzbrillen aus einem besonders widerstandsfähigen Kunststoff. Sie bieten nicht nur eine Abschirmung nach vorne sondern auch zu den Seiten.

Wenn es um Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Infizierung mit Covid-19 gehen soll, ist jedoch eine Infektionsschutzbrille oder medizinische Schutzbrille das Mittel der Wahl. Auch diese Modelle sind schlagfest und schützen vor Spritzwasser sowie vor einer UV-Bestrahlung. Erfüllen sie die entsprechenden medizinischen Standards, schützen sie zusätzlich vor Tröpfchen. Für die Dichtigkeit sorgt ein verstellbarer Haltebügel.

Besondere Anforderungen durch EU-Normen

Die Schutzbrillen gehören zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) und müssen im Gesundheitswesen der EU-Richtlinie 89/686/EWG entsprechen, die als 8.GPSGV und in der PSA-Verordnung umgesetzt wurde. Will man die Brille gegen Flüssigkeiten einsetzen, ist die PSA-Kategorie II maßgeblich, und eine CE-Kennzeichnung muss vorhanden sein. 

Der Brillenschutz sollte außerdem die bereits genannten Sicherheitsnormen der EN 166 für den persönlichen Augenschutz erfüllen sowie die der EN 170 für den UV-Schutz. Durch eine spezielle Beschichtung wird das Material außerdem noch kratzfest und beständig gegen Chemikalien. 

Infektionen über die Augen

Einige wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass eine virale Übertragung auch über die Augen stattfinden kann. Berufsorganisationen raten dem medizinischen Personal deshalb zum Tragen eines entsprechenden Augenschutzes.

Auf einem Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) wurde diskutiert, ob der Tränenfilm oder die Bindehaut Eintritts- oder Austrittspforten für Viren sein könnten. Damit ergeben sich erhebliche Auswirkungen besonders für das Gesundheitswesen, und weitere Schutzmaßnahmen müssten in Betracht gezogen werden. Ernstzunehmende Studien weisen bereits darauf hin, das eine derartige Übertragungskette existiert und besonders bei einer medizinischen Betreuung zu erhöhter Achtsamkeit motivieren sollte. Bei den Untersuchungen von Covid-19-Patienten gaben sieben Prozent der Erkrankten an, unter subjektiven Augenbeschwerden zu leiden. Bei ungefähr einem Prozent konnten die Ärzte eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) diagnostizieren.

Mitarbeiter in Kliniken sollten sich schützen 

Einige Studien gehen davon aus, dass in derartigen Fällen das Virus über das Auge in den Organismus eingetreten ist. Auch der Tränenfilm kommt als möglicher Überträger in Betracht. Reibt sich ein Betroffener die Augen und seine Hände sind mit Vcovid-19 kontaminiert, ist eine Übertragung äußerst wahrscheinlich. Dann sind zunächst die Nasenschleimhaut sowie die Atemwege befallen. Im umgekehrten Fall kann ein infizierter Patient über seine Tränenflüssigkeit das Virus auf einen gesunden Menschen übertragen.

Zur Zeit führen renommierte Institute weitere Untersuchungen durch. Auch wenn sich herausstellen sollte, dass die tatsächliche Infektiösität eher ein geringes Risiko darstellt, raten Experten zu einer Infektionsschutzbrille. Besonders Mitarbeiter in Kliniken sind gehalten, auch und vor allem bei einer Versorgung im Bereich der Intensivmedizin für einen entsprechenden Schutz zu sorgen.